BIERSTILE

Obergäriges Bier

Obergäriges Bier ist im Aroma differenziert und fruchtig. Die Hefe schwimmt oben auf der gärenden Würze. Es fermentiert bei 15 bis 25 Grad. Nach wenigen Tagen kann es bereits gezapft werden. Es wird bei 12 bis 18 Grad serviert.

Untergäriges Bier

Untergäriges Bier hingegen hat einen reinen Gär-Geschmack. Die Hefen wirken am Boden der Würze. Es fermentiert bei 5 bis 9 Grad. Das untergärige Bier muss bis zu drei Monate gelagert werden. Untergäriges Bier ist der überwiegende Biertyp; es wird bei 7 bis 10 Grad serviert.

Lagerbier

Lagerbier ist mild gehopft, untergärig und harmonisch. Lagerbier hat 10 bis 12 Prozent Stammwürze und 4,2 bis 5,3 Prozent Alkohol. Vor der Abfüllung wird es klar gefiltert. Charakteristisch für Helles ist sein feinwürziger, milder Geschmack. Da es schwächer gehopft ist als beispielsweise Pils schmeckt es weniger bitter. Helles Lagerbier hat einen Alkoholgehalt von etwa 5 Prozent und schmeckt besonders gut bei 7 bis 9 Grad.
Zwischen den Bierbezeichnungen Helles, Lager und Export gibt es keine genau definierte Grenze. Das gleiche Bier kann im Handel unter allen drei Namen auftauchen.

Leichtbier

Unter dem Begriff Leichtbier finden sich viele Biersorten, die im Gegensatz zu den gängigen um bis zu 40 Prozent reduzierte Alkoholgehalte aufweisen.  Die Malz-Menge wird stark reduziert, wodurch weniger Malz-Zucker und auch weniger Alkohol entstehen kann. Im Vergleich schmecken diese Biere leichter, auch wenn die Brauer versuchen, mit Spezial-Malzen einen vollmundigen Geschmack zu erreichen. Diese Biere lagen in den letzten Jahren im Trend, konnten sich aber nicht behaupten. Leichtbiere sind jedoch eine Alternative für Biertrinker, die zum Beispiel noch Auto fahren müssen.

Amber

Ein Bernsteinfarbiges Bier mit leichtem Caramel-Geschmack. Die Farbe des echten Amberbiers kommt nicht vom gerösteten Malz wie bei den Dunkelbieren. Sie kommt vom öfteren Auskochen der Spelzen vom Malz. Durch das mehrfache Kochen der Maische entsteht der typische Charakter des Amberbieres: Die aromatische Malznote am Gaumen.

Weizenbier / Weissbier

Das Weizenbier war ursprünglich ausschliesslich in Süddeutschland verbreitet. Später hat es aber seinen Siegeszug durch ganz Deutschland angetreten. Es handelt sich um ein obergäriges Bier, welches teilweise oder ganz aus Weizenmalz gebraut wird. Die Obergärung verleiht dem Bier ein fruchtiges Aroma. Kennzeichnend für diesen Typ ist auch der hohe Kohlendioxidgehalt. Er macht dieses Bier zu einem ausgesprochenen Sommer-Getränk. Weizenbiere sind nur sehr schwach gehopft und werden in allen Farbvarianten und Stärken angeboten. Grundsätzlich werden aber zwei Arten unterschieden: Hefe freies, also klares Weizenbier, und Hefe haltiges, trübes Weizenbier. Weizenbier – auch Weissbier genannt – ist wegen seines Aromas in der Bevölkerung beliebter.

Naturtrüb / Zwickel

Am Gärtank gibt es den sogenannten „Zwickelhahn“, mit dem das Bier getestet werden kann. Davon leitet sich der Name Zwickelbier ab. Das Zwickelbier ist meist jung, immer unfiltriert und enthält noch ein wenig aktive Hefe. Es wird ungespundet, das heisst ohne Verschluss des Fasses gelagert und enthält dadurch nur wenig Kohlensäure.

Pilsener

Der Name der Stadt Pilsen in Tschechien ist auf dieses Bier zurückzuführen. Dort wurde im 16 Jahrundert Bier unter Zugabe von Bilsenkraut gebraut und hatte halluzinogene Wirkung. Heute handelt es sich um ein untergäriges, helles, bitteres Bier mit betontem Hopfen-Aroma. Die Charakterisierung ist leichten Schwankungen unterworfen. So sind die Biere dieses Typs in den letzten Jahren wegen geringerer Hopfen-Beigabe immer milder geworden. Daher lassen sie sich heute auch nicht mehr so leicht von anderen Typen unterscheiden.

Spezialbier

Diese Biere sind mit mehr Stammwürze stärker eingebraut und kräftiger gehopft. Spezialbiere sind untergärig, edelbitter und würzig. Sie haben 11,5 bis 14 Prozent Stammwürze und einen Alkoholgehalt von 4,8 bis 5,7 Prozent.

Starkbier / Bockbier

Das untergärige Starkbier hat einen Anteil von mindestens 14 Prozent Stammwürze und einen Alkoholgehalt von mindestens 6 Prozent. Bockbier zählt zu den Starkbieren. Der Name leitet sich aus dem Deutschen Ortsnamen Einbeck ab. Die dortige Brauerei erfand das starke Bier. Aus der Silbe “-beck” wurde im Verlauf der Zeit die Bezeichnung Bock. Mit dem gleichnamigen Tier hat dieser Biertyp jedoch nichts zu tun, auch wenn auch häufig ein Geiss- oder Steinbock auf der Etikette eines Bockbieres zu finden ist. Bockbiere sind hell oder dunkel. Auf dem Markt werden auch Weizen-Bockbiere angeboten. Ihr Geschmack ist kräftig, zuweilen auch mastig – wegen des hohes Stammwürz-Gehaltes. Gute Bockbiere zeichnen sich durch einen kraftvollen Geschmack aus, der jedoch nicht sättigend wirkt und somit zum weiteren Trunk anregt.

Kohlenhydratarmes Bier

Diesem Bier geben die Brauer pro Liter nur 7,5 Gramm Kohlenhydrate und höchstens 4,5 Prozent Alkohol bei. Deshalb ist es auch für Diabetiker geeignet.

Rohfrucht-Bier

Bei diesem Mehrkorn-Bier wird die Gerste teilweise durch nicht mälzbare Getreide, wie Mais oder Reis ersetzt. Es ist ein untergäriges und leicht spritziges Bier.

Altbier

Das Altbier ist ein obergäriges, dunkles und stark gehopftes Bier. Es wird vorwiegend am Nieder-Rhein in Deutschland getrunken. Alle Versuche, dieses Altbier in ganz Deutschland zu etablieren, sind fehlgeschlagen. Von der Stärke her ist es mit Pilsener vergleichbar. Für Altbier wird ausschliesslich Gerstenmalz verwendet. Spezielle obergärige Hefestämme verleihen dem Altbier ein äusserst fruchtiges Aroma. Altbier wird auch heute noch vielfach – im Düsseldorfer Raum – direkt aus dem Fass gezapft. Dazu wird ein Fass auf der Theke mit einem Zapf-Besteck angeschlagen.

Kölsch

Wie das Altbier ist das Kölsch eine Rheinische Kölner Spezialität. Es ist sehr hell, fast wie Pils. Es wird es ausschliesslich aus Gerstenmalz gebraut. Das Kölsch wird mit obergäriger Hefe und mit wenig Hopfen gebraut.

Märzen

Vor Einführung der Kälte-Maschinen konnte nur gebraut werden, solange gelagertes Eis vom Winter zur Kühlung zur Verfügung stand. Die letzten Sude vor der Sommerpause wurden jeweils gegen Ende März stärker eingebraut als üblich. Märzenbier ist daher meist stärker als Pils oder Export. Es ist in allen Farbvarianten anzutreffen und wird zu festlichen Anlässen auch Festbier genannt. Diese Biere sind ausgesprochen malzig. Sie vertragen aufgrund ihrer hohen Stammwürze durchaus auch kräftige Hopfen-Anteile.

Alkoholfreies Bier

Biere mit dieser Bezeichnung müssen in Deutschland weniger als 0,5 Prozent Alkohol enthalten. Zur Herstellung gibt es drei verschiedene Verfahren. Das älteste Verfahren beruht auf dem Abstoppen der Gärung, bevor der Alkoholgehalt über 0,5 Prozent ansteigt. Dieser Biertyp enthält unvergorene Anteile, die ihm einen brotartigen, süsslichen Geschmack geben. Beim zweiten Verfahren wird der Alkohol durch spezielle Membranfilter dem Bier entzogen. Schliesslich kann der Alkohol auch mit einem Kochverfahren aus dem Bier getrieben werden. Alkoholfreie Bier sollten nur gut gekühlt angeboten werden, da störende Geschmacksnoten dann nicht so stark hervortreten. Alkoholfreies Bier vom Fass ist ein anfälligeres Produkt als Normalbiere, weil ihm der schützende Alkohol fehlt. Dieses Bier verdirbt daher schneller.